Sonderaustellung

Begegnung mit der Kultur der Inka von Nancy Torres

Vom 1.11.2016 bis 26.2.2017 können sich die Besucher des Menschen Museums vom Glanz der Mumien verzaubern lassen: In ihrer Ausstellung „Mumienglanz“ zeigt die kubanische Künstlerin Nancy Torres farbenprächtige Objekte, Assemblagen und Stoffskulpturen und sorgt für eine Art Wiederauferstehung der südamerikanischen Inka-Kultur und ihrer Schätze.

Mumien sind nie ganz tot. Gleich Schattengestalten senden sie Botschaften aus dem Totenreich an die Lebenden und üben beim Betrachter eine ungebrochene Faszination aus. Das trifft auch auf die Mumienfunde in Südamerika zu. Archäologen und Ethnologen machen immer neue Entdeckungen dieses einzigartigen Kulturguts, aber auch Künstler beschäftigen sich heute mit den Hinterlassenschaften der Bewohner des Inkareichs. Die Kubanerin Nancy Torres folgt mit ihrer Ausstellung den Spuren des indianischen Glaubens vom Weiterleben des Körpers nach dem Tod – und schlägt einen großen Bogen in die Gegenwart.

Während die Mumifizierer im 15. Jahrhundert den verstorbenen Würdenträgern im Inkareich Goldschmuck, Gebrauchsgegenstände und Nahrungsmittel für das Weiterleben im Totenreich mitgaben, entquellen den Bäuchen dieser acht künstlerischen Assemblagen Gegenstände aus der modernen Lebenswelt. Gezeigt werden unter anderem großformatige Objektkollagen, sogenannte künstlerische Autopsien, angefertigt aus Textilien, Glas, Holz und Metall in den Farben der Inkakultur. Bewusst hat die Künstlerin hier Alltagsgegenstände mit einer übergreifenden Botschaft versehen. Mit ihren Kollagen erweckt sie eine indianische Geistergesellschaft, regt den Betrachter aber gleichzeitig zum Nachdenken an: Was bleibt von uns nach dem Tod? Und was nehmen wir mit auf unserer letzten Reise?

„Die Ausstellung ist eine spannende und außergewöhnliche Auseinandersetzung mit Leben und Tod einer anderen Zivilisation und gleichzeitig ein Plädoyer zur Pflege des Verständnisses für die Universalität jeglicher menschlicher Kultur, das heute aktueller ist denn je.“, so Torres.

Ihre „Mumienglanz"-Serie stellte sie erstmals 2013 in der Botschaft der Republik Peru in Berlin vor. Seitdem wurde die Ausstellung mit großem Erfolg in Havanna (Kuba) und Lima (Peru) gezeigt.

Mumienglanz im MeMu

1.11.2016 – 26.2.2017
im Foyer des Menschen Museums

Der Besuch der Sonderausstellung ist im Eintrittspreis für das Museum inbegriffen.

Downlod Info-Flyer


 

Begleitprogramm

Eingerahmt wird die Ausstellung „Mumienglanz” von einem Begleitprogramm mit spannenden Vorträgen renommierter Referenten Mumienexperten und Philosophen.
Die Vorträge sind kostenfrei und finden im Foyer des MeMus statt. Der Einlass beginnt um 18:30 Uhr, Start der Veranstaltung ist jeweils um 19 Uhr.

im Foyer des MeMu
Einlass – 18:30 Uhr
Beginn – 19:00 Uhr

Die Vorträge sind kostenfrei

Freitag, 18. November 2016
Prof. Dr. Franz Josef WETZ, Professor der Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd
Gruselleichen, Heilige und Plastinate. Dürfen Tote sichtbar sein?
Reliquien oder Mumien - seit jeher gibt es tote Körper im öffentlichen Raum. Aber wer erteilt das Recht diese sehen zu dürfen? Kuriositäten der Kulturgeschichte laden zum Diskutieren der scheinbar selbstverständlichen Tabus ein.

Am Event teilnehmen zur MeMu Eventseite bei Facebook.

Freitag, 2. Dezember 2016
Dr. Anna-Maria BEGEROCK, Direktorin der Abteilung Andine Archäologie, IECIM (wiss. Mumienforschungsinstitut) Madrid
Modell gesessen und gelegen: Mumien als Quelle der Inspiration für Künstler. Von Rubens bis zu Tim & Struppi
Ob in der Privatsammlung oder mit aufgerissenem Mund im Museum - schon immer faszinieren Mumien auch Künstler. Nach diesem Abend kann man die Mumie hinter dem teuersten Gemälde der Welt nicht mehr vergessen.

Vortrag  ENTFÄLLT !

Freitag, 20. Januar 2017
Carla VALENTINE, Kuratorin des Barths Pathology Museum und Autorin des Blogs „The Chick and the Dead“
Mummy unwrapping – Remains to be seen.
Vortrag in englischer Sprache.
Kuratorin, Bestatterin, Pathologin und "Goth" Carla Valentine kennt die Toten in- und auswendig...und berichtet den Lebenden.

DER VORTRAG MUß AUS KRANKHEITSGRÜNDEN ABGESAGT WERDEN! Vielen Dank für Ihr Verständnis.


 

Nancy Torres

Copyright: Nancy Torres

Biografie der Künstlerin

Nancy Torres wuchs in einem Barrio von Havanna auf, arbeitete später in Kuba als Cutterin beim Filminstitut ICAIC. Der Liebe wegen zog Nancy bereits in den 1960iger Jahren nach Berlin. Hier kam es zur direkten Berührung mit dem professionellen Kunstschaffen als Theaterplastikerin in der Werkstatt des Berliner Ensembles. 1975 bis 1979 studierte sie Szenographie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, 1979 bis 1981 war sie als Bühnen- und Kostümbildnerin an der Komischen Oper Berlin tätig. Seit 1982 ist sie Freie Bühnen- und Kostümbildnerin und widmet sich seit 1992 wieder der Malerei und der Objektkunst. Zu ihren Auftraggebern gehörten bekannte Opern- und Theaterhäuser im In- und Ausland, wie die Staatsoper und die Volksbühne Berlin, das Berliner Ensemble, die Semperoper und das Staatsschauspiel Dresden, das Hans-Otto-Theater Potsdam sowie die Städtischen Bühnen Graz (Österreich) oder das Stadttheater Hanoi (Vietnam) und das Theater i Värmland (Schweden). Zudem engagierte sich Nancy Torres in den Jahren von 1992 bis 1994 im Beirat für Ausländerkulturangelegenheiten bei der Berliner Senatsverwaltung und ist Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler Berlins. Für die von mehr als 150 Künstlern aus aller Welt geschaffenen Berliner Buddy-Bären gestaltete sie den Zigarre rauchenden Kubaner, der sich großer Beliebtheit erfreut.

United Buddy Bears

Weitere Informationen
Kuba-Bär "Siboney" von Nancy Torres
United Buddy Bears Welttournee und Standorte

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